Aussage
Vitamin D ist neben dem Parathormon entscheidend für den Knochenstoffwechsel und die Kalziumkonzentration im Blut. Der Organismus ist, anders als bei ‘echten’ Vitaminen, in der Lage Vitamin D selbst herzustellen, benötigt zur Synthese aber Sonnenlicht. Cholesterol wird in der Haut mit Hilfe der Lichtenergie zu Cholecalciferol umgewandelt, dann folgen weitere Modifikationen in der Leber (25-OH) und den Nieren (1-25-OH), bevor wirksames Vitamin D entsteht. Neben vielfältigen Wirkungen auf das Nerven- und Immunsystem, das Herz und Krebsleiden, ist die wesentliche Funktion die Calcium-Aufnahme im Darm und den Einbau in den Knochen zu fördern.
Mangelerscheinungen können auftreten, sobald in der komplexen Produktionskette ein Defekt vorliegt. Sowohl Leber- und Nierenerkrankungen als auch fehlendes Sonnenlicht können zum Vitamin D-Mangel führen. Tritt dies bereits bei Kindern in der Wachstumsphase auf (z.B. historisch bei Kindern im Bergbau), so resultieren schwere, lebenslange Knochendeformationen (Rachtitis). Da Muttermilch verhältnismässig wenig Vitamin D enthält, wird bei Säuglingen eine Rachitis-Prophylaxe vorgenommen.
Vitamin D zeigt deutlich, dass Vitamine nicht nur positiv auf den Organismus wirken. Überdosierungen führen zu einem ausgeprägten Krankheitsbild mit Krämpfen, Verstopfung, Kopf-, Muskel- und Bauchschmerzen.
Erhöhte Werte
Ursachen für erhöhte Werte können u.a. sein:
- Primärer Hyperparathyreoidismus: Krankhaft vermehrte Produktion von Parathormon in der Nebenschilddrüse
- Schwangerschaft
- Sarkoidose
Erniedrigte Werte
Erniedrigte Werte können u.a. folgende Ursachen haben.
- Menopause: Wegfall der Östrogenwirkung
- Hypoparathyroidismus
- Niereninsuffizienz
Referenzbereich
- Männer und Frauen: 50 – 250 nmol/l